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Car-Sharing oder Viren-Sharing ist hier die Frage

#stayhome ist die Devise in diesen Tagen. Doch was, wenn man doch raus muss, zum Einkaufen beispielsweise? Lieber auf die öffentlichen Verkehrsmittel verzichten um andere Menschen zu meiden. Das dürfte doch die Car-Sharing-Anbieter freuen, oder nicht?

Die Politik fordert zwei Meter Sicherheitsabstand zu anderen Personen. Schwer durchsetzbar in den öffentlichen Verkehrsmitteln, daher steigen momentan viele wieder auf Individualverkehr um. Auch die Bahn hat reagiert und ihre Fahrpläne dahingehend angepasst. Aber wie sieht es eigentlich mit Car-Sharing Autos aus? Ein Auto für einen alleine, aber eben nur auf Zeit. Verteilen sich die Viren auf Türgriffe, Lenkrad, Sitz, Schaltknauf, Blinker, Radio etc. so sehr, dass sie eine nicht weniger große Gefahr darstellen?

Stichwort: Schmierinfektion

Eine Vorstudie von US-Forschern legt nahe, dass auch eine solche Schmierinfektion eine Gefahr darstellen kann. Auch das Robert Koch-Institut hält das für möglich. Doch was bedeutet das für Car-Sharing Nutzer? Immerhin gibt es 2,3 Millionen Nutzer in Deutschland, die bei einem solchen Dienst angemeldet sind. Die Anbieter reagieren natürlich und stellen Maßnahmen vor, die einer solchen Schmierinfektion vorbeugen sollen.

Wir haben aufgrund des Coronavirus Vorsichtsmaßnahmen bezüglich der Hygiene unserer Flotte ergriffen.

so der Car-Sharing Anbieter Share Now

Share Now ist der Zusammenschluss aus Car2Go und DriveNow und verfügt über die größte Flotte im Car-Sharing Geschäft. Dabei stehen die Autos in den Geschäftsgebieten da, wo sie eben abgestellt wurden. Neue Mieter können das Auto auf der entsprechenden App finden und reservieren bzw. buchen.

Auch der Car-Sharing Anbiete „We Share“ von VW, der ausschließlich elektrische Modelle in der Flotte hat, betont in einer Mail an die Nutzer, dass eine häufigere Reinigung und häufigeres desinfizieren zu den Maßnahmen gehört.

Ein Unternehmenssprecher von Share Now verweist zudem auf die gründliche Reinigung der meist angefassten Oberflächen wie Lenkrad und Schalthebel. Eine Desinfektion der Fahrzeuge finde dabei zusätzlich zu der regelmäßigen Reinigung statt.

Wie oft wird desinfiziert?

Diese Frage konnte das Unternehmen nicht konkret beantworten. Fakt ist, dass die Fahrzeuge vor Corona einmal wöchentlich gereinigt wurden. Dass ein Fahrzeug nach jeder Benutzung desinfiziert wird, ist praktisch nahe zu unmöglich. Auch Anbieter wie Stadtmobil, dem größten stationsbasierten Sharing-Anbieter Deutschland, oder TeilAuto verweisen auf das häufigere desinfizieren der Fahrzeuge.

Erwartungen an den Kunden

Dass eine komplette Desinfektion nicht nach jeder Fahrt machbar ist, sollte wohl jedem Car-Sharing Nutzer klar sein. Nicht nur, dass es für den Betreiber einen immensen Mehraufwand bedeuten würde, darüberhinaus würde das den Gedanken auch ad absurdum führen, wenn das Fahrzeug nach jeder Mieter erstmal blockiert wäre.

Die Anbieter raten daher alle Kontaktflächen vor der Fahrt selbstständig zu desinfizieren oder zum Tragen von Einmalhandschuhen. Damit folgen sie einer Empfehlung des Carsharing-Verbands BCS. Noch hat der Verband die Anbieter zu keinen konkreten Desinfektion-Maßnahmen verpflichtet, da dies schon im eigenen Interesse geschieht. Auch komme eine Einstellung der Sharing-Angebote nicht in Frage. Die Carsharing-Fahrzeuge sollen genauso verfügbar sein, wie es ein privater PKW wäre, heißt es.

Dennoch behalten die Carsharing-Anbieter die Lage ganz genau im Auge und passen laufend ihre Schutzmaßnahmen an. Dabei orientieren sie sich vor allem an den Vorgaben des Robert Koch-Instituts. Sixt Share richtete dafür extra ein Koordinationszentrum ein.

Dennoch deutlicher Rückgang

Die Anbieter haben momentan dennoch mit einem Rückgang zu kämpfen und da können sie im Zweifel so viel desinfizieren wie sie wollen. Grund ist, dass viele einfach Zuhause bleiben. Statt täglich ins Büro zu fahren, haben viele Homeoffice. Die Verabredung fällt flach oder der Ausflug am Wochenende is abgesagt.

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