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Corona infiziert die Ă–lbranche

Das Coronavirus drückt die Ölpreise und damit auch die heimischen Spritpreise auf ein ungesundes Level. Warum und weshalb das gefährlich ist, lest ihr hier.

Wer spart schon nicht gerne hier und da mal was. Daher ist die Freude momentan recht groß beim Tankstellenbesuch. Laut ADAC-Spritpreisanalyse sind die Sprit- und Dieselpreise im Fall. Konkret kostet ein Liter E10 3,1 Cent weniger als in der Vorwoche, der Diesel 2,4 Cent weniger und es könnte noch mehr werden. Da sich der Literpreis maßgeblich durch die Kosten für ein Barrel bestimmt, sind das direkte Auswirkungen eines Machtkampfs der Ölgiganten.

Gewinner ist, wer am längeren Hebel sitzt

Am Mittwoch Abend verkĂĽndete Saudi-Arabien, dass es seine Ă–lproduktion zĂĽgig um eine Million Barrel pro Tag steigen will. Was war geschahen?

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman nutzt das Coronvirus und die damit wirtschaftlich destabile Lage für ein strategisches Manöver. Möglich machen ihm das seine Reserverkapazitäten. Während alle anderen Ölnationen stets mit annähernd maximaler Kapazität Öl fördern, hat Saudi-Arabien ein großes Potenzial nach oben. Doch diese Kapazitäten sind eigentlich nicht für Verdrängungswettbewerbe gedacht, sondern vielmehr um die weltweite Nachfrage bei Engpässen zu sichern.

Wem schadet diese Mehr-Förderung?

Das Ziel ist klar: USA und vor allem Russland sollen davon Schaden nehmen. Hatte man sich in der Vergangenheit eigentlich stets abgesprochen, was die Fördermenge angeht um einem Überangebot und einen damit verbundenen Preisverfall entgegenzuwirken, stellt sich Russland diesmal quer. Im Glauben, dass diese kollektive Förderungkürzung den USA genützt hätte, drohte Russland eine Steigerung der Förderung an. Dieser Drohung ist Saudi-Arabien nun zuvorgekommen.

Beginn des Preiskampfes

Die US-Frackingindustrie dürfte dieses Überangebot hart treffen, da ihr ohnehin teure Ölfördermethode schon ins Wackeln geraten ist. Ziel Saudi-Arabien dürfte aber vielmehr die Neustrukturierung des weltweiten Ölmarktes sein. So auch Damien Courvalin, Chefanalyst für Energie bei der US-Bank Goldmann Sachs ggü. dem TV-Sender CNBC. Seiner Einschätzung zur Folge könnte der Preis sogar gen 20 Dollar pro Barrel sinken. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass Russland mitzieht. Dass sie es könnten, steht außer Frage.

Die Gefahr lauert

Wo immer es ein Preiskampf gibt, gibt es auch Verlierer. Und diese sind natürlich hier Staaten, die auf die Einnahmen aus dem Ölexport angewiesen sind. Dazu zählen unter anderem Staaten wie der Irak, Iran oder Vereinigten Arabischen Emirate. Auch in Angola und Venezuela könnten sich die dortigen politische Probleme verschärfen.

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Gewinner ist neben der eigenen Geldbörse auch die Wirtschaft. Durch die günstigen Preise wird die Wirtschaft wachsen, da sie den Konsum eher stärken. Ob das auch zu Zeiten des Coronavirus zutrifft, bleibt abzuwarten.

Quelle: spiegel.de

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