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Mustang Mach-E: Erster Eindruck, Daten und Infos

Der Mustang Mach-E ist das erste vollelektrische Auto von Ford sein. Was ihm zum Mustang macht und was er sonst noch alles kann, klären wir im Folgenden.

Okay, eines muss ich Vorweg klarstellen: Der Mustang Mach-E ist nicht wirklich das erste Elektroauto von Ford. Wir erinnern uns gut 8 is 9 Jahre zurück, da gab es schonmal ein elektrifiziertes Modell. Damals war es der Focus, dem man eine rund 23 kWh große Batterie eher lieblos in den Kofferraum verbaut hat. Das Ergebnis war ein unpraktisches Auto mit eher überschaubarer Reichweite. Aber auch der Preis sorgte mitunter für nur magere Verkaufszahlen.

Mach-E: Mustang oder Ford?

Korrekt müsste es also heißen: Es ist der erste vollelektrische Mustang. Aber Mustang und Elektro? Geht das überhaupt überein? Das 1964 erschiene Pony-Car ist das amerikanische Sportauto. Laut, leistungsstark und schnittig in der Linie – aber vor allem V8! Das Herz des Mustangs ist ihm bis heute geblieben, trotz all dem Downsizing und strengen CO2-Vorgaben. Zwar bekommt man ihn in der heutigen Version auch mit einem Reihen-Vierzylinder und „nur“ 290 Pferdestärken, dennoch verdient er sich sein Pferd auf dem Grill. Und wie sieht es beim Mach-E aus? Mit einem V8 und dem dazugehörigen Sound kann er schonmal nicht dienen. Ein Pony-Car ist er nun wirklich auch nicht.

Was den Mach-E zum Mustang macht

Da wären zum einen die schnittige Linie. Klar, der Mach-E ist zu einem Crossover-SUV angewachsen, doch seine ursprünglichen Charakteristika hat er vom Mustang übernommen. In der Summe sind es meiner Meinung nach vier markante Designelemente. Dazu gesellt sich dann auch noch das absolute Highlight, aber der Reihe nach.

  • Fangen wir vorne an: Hier kommt der Mach-E mit LED-Scheinwerfer daher, deren Tagfahrlicht die drei horizontale Leuchten hat. Das Designelement gibt es zwar erst seit dem Mustang VI, aber dennoch wurde es aufgegriffen
  • Weiter geht’s zur Seitenansicht. Hier hat man sich größtmögliche Mühe gegeben, dem Mach-E eine Coupeform zu geben in Form eines steil abfallenden Hecks. Möglich wird das durch einen kleinen Trick: Durch das schwarze Dach wird die echte Form etwas kaschiert. Ergo, hebt die Farbe – hier das rot – die gewünschte Form hervor.
  • Bleiben wir bei der Seite und schauen runter auf die Schultern am Heck. Diese sind extremst breit und ausgeprägt, wie bei einem typischen Mustang. Ein Versuch dem Auto die sportliche Linie eines Pony-Cars zu verleihen.
  • Zuletzt natürlich die Heckansicht. Auch hier geht es wieder um die Leuchtgrafik und auch wieder um drei horizontale Leuchtelemente. Diese kennen wir auch schon aus dem Ur-Mustang!
Scheinwerfer
Rot gibt die Form vor
Schulter
Rückleuchte

Was steckt unter der Haube beim Mach-E?

Öffnet man die Haube, erwartet einem erstmal nichts als Leere. Aber ich finde Ford hat sich hier ein richtig schönes Detail überlegt von dem ich hoffe, dass es auch in das Serienmodell schafft.Das Pony ragt also nicht nur stolz auf dem „Kühler“, sondern auch unter der Haube. Dort allerdings nicht als als V8 Motor, sondern eher nur Deko. Was der Mustang Mach-E aber wirklich unter der Haube hat, das klingt wirklich leistungsstark, wie bei einem V8.

Die Motorenauswahl beim Mach-E

Beim Mach-E könnt ihr zu Anfang zwischen einem reinen Heckantrieb (RWD) oder einem Allradantrieb (AWD) wählen und da jeweils euch für die große oder die kleine Batterie entscheiden. Die WLTP Werte sind natürlich noch nicht endgültig, klingen aber vielversprechend.

RWD 75 kWh

190 kW (258 PS)

450 km WLTP

< 8 Sek Sprint

115 kW DC

RWD 99 kWh

210 kW (285 PS)

600 km WLTP

< 8 Sek Sprint

150 kW DC

AWD 75 kWh

190 kW (258 PS)

420 km WLTP

< 7 Sek Sprint

115 kW DC

AWD 99 kWh

210 kW (285 PS)

540 km WLTP

< 7 Sek Sprint

150 kW DC

Ehrlich gesagt zweifle ich jedoch noch an dem Wahrheitsgehalt dieser Werte, da eine größere Batterie immer mehr Gewicht bedeutet, wirken die Daten noch etwas unstimmig. Ich hoffe jedoch, dass Ford sich an den plakativen Werte zur max. Reichweite (600 km), sowie zu dem schnellsten Modell (Sprint in unter 7 Sek) halten wird. Ein kleiner Haken hat die Sache allerdings schon jetzt: alle vier Modelle sind bei 180 km/h abgeregelt.

Der Name ist nur Marketing, oder?

Sicherlich, da mag was dran sein. Aber Ford hat sich schon Mühe gegeben dem Mach-E einen Mustangcharakter zu verleihen. Ja, der Mustang wird nie ein Crossover-SUV sein, doch es wäre zu gewagt ein Elektroauto als Pony-Car auf den Markt zu bringen. Schaut man sich die aktuellen Zulassungzahlen an, so hat das SUV und insbesondere das Crossover-SUV die besten Chancen ein Verkaufsschlager zu werden. Leider wahr, aber die Nachfrage bestimmt das Angebot. Aber hätte man den Mach-E nicht einfach „Ford Mach-E“ nennen können? Meiner Meinung hätte man das tun können, ja. Aber dann sähe er eben nicht so gut aus, wie er jetzt aussieht. Und ich denke Ford wollte polarisieren. Sie wollen diese Aufmerksamkeit, diese Diskussionen und vor allem wollen sie diesem besonderen Modell nicht ihren basic Namen „Ford“ aufdrücken. Das Auto ist – soweit man das beurteilen kann – richtig gut gelungen. Und das zählt am Ende.

Tesla auf den Fersen

Blicken wir nochmal kurz zurück ins Jahr 2012. Ford bringt wie erwähnt den Focus Electric raus. Das Auto wollte so gut wie niemand haben. Nur rund 160 km Reichweite (NEFZ!) und max. 22 kW laden und dann ist der Kofferraum unbrauchbar wegen der Batterie. Tesla hat in der Zeit gerade sein Model S rausgebracht. Und das kennt jeder, denn mit 400 km Reichweite und sagenhaften 315 PS, war das Model S ein Auto was seinesgleichen suchte. Heute 8 Jahre später kommt Ford mit seinem Mustang Mach-E und möchte sich heute vielmehr als früher mit Tesla messen. Genauer hat es Ford auf das Model Y abgesehen, welches ab 2021 unter anderem in Brandenburg hergestellt werden soll. Kein Wunder also, dass man so mit den Werten des Mach-E wirbt, denn das Model Y kann da nicht mithalten. Mit einer maximalen Reichweite von „nur“ 540 km und einer Motorleistung von 271 PS im RWD Modell verliert das Model Y gegen den Mustang Mach-E. Ein Test auf der Straße sollte aber spannend werden.

Meine Top 3 Highlights am Mach-E

Fahrertüre

Wie komme ich in das Auto rein? Mit einem Schlüssel wäre ja ziemlich 2000er. Wie wäre es mit dem Smartphone? Ja, eine schöne Idee. Aber Ford ist mal wieder eine Idee weiter und bietet für all diejenigen, die ihr Smartphone auch gerne mal daheim lassen, eine weitere Alternative an: Das Zahlenschloss! Auf der Fahrerseite lässt sich auf der B-Säule ein eingestellter Zahlencode eingeben, womit sich das Auto öffnen lässt. Um den Mach-E aber unter Strom zu setzen, muss man innen einen weiteren Code eingeben – clever! Weitere Besonderheit ist, dass alle Türen keinen klassischen Türgriff haben – weder von innen noch von außen. Geöffnet wird per Knopfdruck. An den vorderen Türen werden kleine Wings zur Hilfe stehen, woran man die Türen aufziehen kann. Wie die aussehen werden, weiß man jedoch noch nicht.

Frunk! Frunk! Frunk! Scheinbar ist das was amerikanisches, sonst kann ich es mir nicht erklären, warum kein anderer Hersteller es nicht schafft unter der „Motorhaube“ kein Platz für Stauraum zu schaffen. Gut, man kann stattdessen die Fahrerkabine vergrößern wie man es beim ID.3 gemacht hat, aber eine schöne Knautschzone mit ordentlich Stauraum sind mir persönlich irgendwie lieber. Ordentlich heißt in diesem Fall übrigens knapp 100 Liter. Und der Clou an der Sache ist, am Boden befindet sich ein Ablaufloch. Endlich ein Platz im Auto, der dreckig werden kann. Einfach Wasserschlau reinhalten und alles ist wieder sauber – Must Have!

Frunk
Innenraum

Dieses Highlight konnte leider noch nicht wirklich getestet werden, da es sich bei dem Fahrzeug nur um ein Prototyp handelte. Die Rede ist vom großen 15,5″ großen Touchscreen mit Snyc 5. Das verspricht nicht nur Over-the-Air Updates, sondern auch eine ganze Menge an toller Grafik und Einstellungsmöglichkeiten. Ich bin sehr gespannt, wie es in der Serie aussehen wird, zumal SYNC nicht dafür bekannt ist, besonders liebevoll gestaltet zu sein. Neben dem großen Hauptmonitor gibt es auch noch einen kleinen (10,2″) im Querformat als Tachoersatz. Diesen finde ich praktisch. Viel interessanter ist aber was unten drunter ist. Dort bewachen kleine Sensoren die Augen des Fahrers um eine Unaufmerksamkeit zu erkennen. Pflicht bei so vielen Displays und Ablenkung sollte man meinen! Bravo!

Mach-E Konfiguration

Der Konfigurator auf ford.de gibt nicht viel her. Wenig Auswahl bedeutet aber gleichzeitig, dass vieles schon in der Serie kommt und das ist sehr lobenswert. Das Technik-Paket 1 kostet lediglich 1800 € und beinhaltet dann auch die 360 Grad Kamera, die sensorgesteuerte Heckklappe, iACC und Pre-Collision-Assist. Daneben gibt es dann auch noch den B&O Sound mit 10 Lautsprechern. Wer mag kann eine Anhängerkupplung haben. Diese ist aber eher als Stütze und nicht zum Ziehen gedacht, denn max. werden nur 750kg drin sein. Konfigurieren kann man diese allerdings nicht. Wer eine haben möchte, muss das dem Händler mitteilen. Dieser wird dann eine an eurem Mach-E installieren.



Wie teuer ist der Mach-E?

Der Ford Mustang Mach-E gibt es ab 46.900 € UPE.

Ab wann kann ich den Mustang Mach-E bestellen?

Eine verbindliche Bestellung wird ab Sommer möglich sein. Reservieren könnt ihr euch aber jetzt schon einen und damit eine frühere Auslieferung sichern.

Wann wird der Ford Mustang Mach-E ausgeliefert?

Der Mach-E soll ab Ende 2020 ausgeliefert werden. Wahrscheinlich soll es ab November in Europa losgehen. Anfang 2021 folgt eine GT Version.

Wo wird der Mustang Mach-E gebaut?

Der Mach-E wird in Mexico (in Ford’s Cuautitlan Stamping and Assembly Plant) gebaut. Die Akkus werden jedoch in Polen von LG gefertigt.

Welche Reichweite hat der Mach-E?

Der Mach-E soll es je nach Modell auf eine Reichweite von bis zu 600 km (WLTP) schaffen.


Was haltet ihr vom Mustang Mach-E? Verdient er seinen Namen? Und was denkt ihr wer beim Vergleich Model Y gegen Mach-E die Nase vorne haben wird?

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